Ek Paila Agadi

Empowerment für Mädchen aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen

Die Ausgangslage

Für Mädchen in Nepal gibt es insbesondere in ländlichen Gebieten wenig Wahlmöglichkeiten. Sie müssen häufiger als die Jungen die Schule frühzeitig verlassen um in der Landwirtschaft, dem Haushalt und der Kindererziehung zu helfen und werden häufig jung verheiratet. Mädchen die zu bestimmten Bevölkerungsgruppen (wie indigenen Ethnien oder den Dalit – den “Unberührbaren”) gehören sind doppelt benachteiligt . Sie sind überproportional häufig von Menschenhandel, Misshandlung und einem Leben in Armut betroffen. Frauen und Mädchen ist generell der Zugang zu Bildung und Ausbildung erschwert und im Arbeitsmarkt stehen ihnen nicht viele Optionen zur Verfügung. 

Unsere Partner*innen

Mira Rai wurde in einem Dorf im Osten Nepals geboren. Als Tochter armer Bauern scheint ihr Leben lange vorbestimmt zu sein. Um einer frühen Heirat und dem Leben auf dem Hof zu entkommen, rennt sie als Teenager von zuhause weg und schließt sich als Kindersoldatin einer Guerillagruppe an. In den Camps in den Bergen fängt sie zu laufen an und merkt schnell, dass sie allen – Männern wie Frauen – davonläuft. Als der Bürgerkrieg 2006 zu Ende geht, landet sie in der Hauptstadt Kathmandu. Da sie auf dem Arbeitsmarkt kaum Perspektiven sieht, plant sie, wie so viele perspektivlose Nepales*innen, das Land zu verlassen, um in Malaysia in einer Fabrik zu arbeiten. Zum Glück wird sie vorher noch auf ein Rennen aufmerksam. Sie meldet sich an und gewinnt promt ihren ersten Ultralauf. Ihr Talent wird entdeckt und ab da beginnt ihre Karriere als Athletin, die sie bis in die Weltspitze führ und sie schließlich zum Vorbild für Mädchen in ganz Nepal macht. Mira will anderen Mädchen und Frauen ermöglichen ihren Träumen zu folgen und ihnen die Möglichkeit geben, sportlich und beruflich weiterzukommen und hat deshalb 2017 die Mira Rai Initiative (MRI) ins Leben gerufen.

Das Ziel

Gemeinsam mit unseren Partnern von der Mira Rai Initiative (MRI) wollen wir benachteiligten Mädchen und Frauen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Wir setzen dabei auf berufliches, persönliches und sportliches Weiterkommen. Für neun Monate bekommen Sportler*innen die Chance sich weiterzuentwickeln und Perspektiven für ihr Leben zu schaffen. Die Mädchen leben gemeinsam mit Mira und ihrem Team in Kathmandu. Neben dem täglichen Training bekommen Sie Englischunterricht und durchlaufen eine Berufsausbildung, in Fall von unserem Projekt zur lizensierten Wanderführerin.

Unser Projekt:

Unser Projekt heißt „Ek Paila Agadi“ – ein Schritt vorwärts auf Nepali – und genau das soll es für die Mädchen bewirken. Wir wollen die Mädchen dabei unterstützen einen Schritt in die Richtung eines selbstbestimmten Lebens zu tun. Finanziert durch EcoHimal, leben die Mädchen neun Monate in Kathmandu, zusammen mit anderen „Stipendiat*innen“, Mira und ihrem Team. Der Sport und das tägliche Training sollen dabei nicht der Hauptfokus sein. Das Laufen ist vielmehr Mittel zum Zweck um den Mädchen mehr Selbstbewusstsein, Spaß an der Bewegung und eine klare Struktur zu vermitteln. Dennoch sollen sie auch in Trailrunning Rennen starten, um ein klares Ziel zu haben und auch um Erfolgserlebnisse feiern zu können. Am wichtigsten ist für uns die Ausbildung: die Mädchen bekommen professionellen Englischunterricht und durchlaufen eine Ausbildung zur Trekkingführerin. Indem wir eng mit der Trekkingbranche zusammenarbeiten, versuchen wir auch gleich den Berufseinstieg durch Praktika oder erste Jobs zu erleichtern. So sollen die Mädchen langfristig von der Unterstützung profitieren! Wir hoffen, dass sie in jedem Bergdorf in dem sie als Guide ankommen, ein Vorbild für andere Mädchen sind und sie ermutigen zu träumen und sich Ziele zu stecken. Das Projekt soll der erste Schritt dahin sein.

Parallel dazu wollen wir MRI als Organisation dabei unterstützen sich weiterzuentwickeln. Durch Workshops und Capacity Building sollen sie von unserer Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit profitieren. Unsere Partner von EcoHimal Nepal werden beispielsweise einen Workshop zum Thema „Förderanträge schreiben“ halten und wir arbeiten gemeinsam an einem System für „Monitoring und Evaluierung“. Dabei lernen wir selbst auch dazu. Dadurch, dass wir gemeinsam ihre Organisation und Prozesse verbessern, soll MRI in Zukunft auch für andere Geldgeber (und auch nepalesische staatliche Förderprogramme) attraktiv werden und nicht von uns abhängig sind.

Genau so sollte Zusammenarbeit unserer Meinung nach aussehen: basierend auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt und mit einem klaren Ziel vor Augen. Wir wollen Lebensbedingungen nachhaltig verbessern, Perspektiven schaffen und dabei wechselseitig voneinander lernen. Schritt für Schritt – ek paila agadi.